Aufgabe #1: 29.11.2008

2008 November 29
von designhistory

Ausgehend von dem Engländer Henry Cole, soll aus dem Umfeld der Arts&Crafts Movement, Secession, Wiener Werkstätte und Deutscher Werkbund ein/e DesignerIn vorgestellt werden. Beinhalten soll das Kurzportrait eine Kurze Beschreibung der Arbeitsschwerpunkte, der persönlichen Eckdaten sowie 2-4 Design-Arbeiten.

Zeit 45Min

Carlo Mollino

2009 Januar 21
von mariojahn

Übersicht Carlo Mollino in einem seiner Rennautos

Carlo Mollino (* 6. Mai 1905 in Turin; † 27. August 1973 in Turin) ist einer der außergewöhnlichsten Designer des 20. Jahrhunderts. Seine Möbel weisen häufig biomorphe Formen auf und sind in ihrem ausdrucksstarken Design von Futurismus und Surrealismus beeinflusst. Carlo Mollino war nicht nur Designer, sondern auch Skirennfahrer, Fotograf, Architekt, Rennfahrer, Flieger und einer der besten Skiläufer Italiens seiner Zeit. Mollino setzte bei seinen Möbelentwürfen ein Verfahren ein (von ihm selbst entwickelt), womit sich Sperrholz kalt formen lässt. Heraus kamen einzigartige Möbel wie der Couchtisch Arabesco. Da die damaligen Exemplare oft nur in kleinen Auflagen hergestellt wurden, erzielten diese Sammlerstücke in Designauktionen weltweit Höchstpreise. Der Tisch Reale übersprang als erstes Möbelstück des 20. Jahrhunderts in einer Auktion die 1-Million-Dollar-Grenze. (http://www.markanto.de/Markanto-Store/Uebersicht-nach-Designer/Mollino-Carlo:::1_14_400.html)

Leben

Carlo Mollino wird 1905 in Turin geboren. Er studiert an der Universität von Turin Maschinenbau und Kunstgeschichte, danach Architektur.

Ab 1931 arbeitet er im Architekturbüro seines Vaters Eugenio Mollino. Carlo Mollino ist äußerst vielseitig begabt, er arbeitet in seinem Leben als Architekt, Möbeldesigner, Fotograf, Modedesigner, Bühnenbildner und Essayist, er gewinnt Autorennen, ist Kunstflieger, in den 1940er Jahren wird er bester Skiläufer Italiens.

1933 gewinnt Carlo Mollino mit seinem Entwurf für den Bau der Zentrale der Federazione Agricoltori in Cuneo im Wettbewerb den ersten Preis. 1937 baut er das Gebäude der Società Ippica, dem Reitclub von Turin. Carlo Mollino gestaltet zahlreiche Innenausstattungen. Carlo Mollinos Entwürfe haben nichts gemein mit den zeitgleichen Entwürfen der Designer in Mailand und des dort vorherrschenden Rationalismus. Seine Möbel zeigen oft biomorphe Formen, ihr höchst expressives Design ist von Futurismus und Surrealismus beeinflusst.

1940 entwirft er für Lisa und Gio Ponti einen Stuhl, der Rahmen besteht aus poliertem Messing, Rücken und auch die Sitzfläche sind in der Mitte gespalten und mit weißem Resinflexbezug bespannt. Die zweigeteilte Lehne ist typisch für viele von Carlo Mollinos Stuhlentwürfen.

1951 gestaltet Carlo Mollino die Innenausstattung des Auditoriums der RAI in Turin, wofür er für die Bestuhlung einen voluminösen Sessel mit tiefer Sitzposition entwirft. Carlo Mollino entwickelt ein Verfahren, mit dem Sperrholz kalt verformt werden kann, das er sich patentieren lässt.

1952 entsteht der Sessel für die Casa del Sole in Cervinia, dessen Beine und die Armlehnen werden jeweils von durchgehenden, mehrfach gebogenen Holzleisten gebildet.

1953 entwirft er den Stuhl für die Casa Catlaneo in Agra, der komplett aus verformtem Holz besteht. Carlo Mollinos Möbel wurden oftmals als Einzelstücke oder nur in sehr kleinen Stückzahlen von der Turiner Firma Apelli & Varesio gefertigt, was sie heute zu besonders begehrten Objekten macht. Ein von Carlo Mollino 1949 entworfener Tisch wurde im Jahr 2005 bei Christie’s für sensationelle 3,8 Millionen Dollar versteigert. (http://www.kettererkunst.de/bio/carlo-mollino-1905.shtml)

Werke (Auswahl)

„Die Poesie wird nicht aus Regeln geboren, sondern die Regeln aus der Poesie“ und „Alles ist erlaubt, solange es fantastisch ist.“,sind beides bekannte Zitate von Mollino. Wenn man die Designs und Bauten von Mollino betrachtet versteht man was er damit sagen wollte.

Der Tisch “2690 Cavour” wird seit 1949 produziert und ist immer noch bei Zanotta erhältlich.

Zanotta 2690 CAVOUR

Die Handelskammer in Turin. Ein Gebäude dem man nicht ansieht das es aus den 70ern kommt.

Turiner Handelskammer
Mollino war nicht nur einer der Besten italienischen Ski-Fahrer seiner Zeit, er gab auch Bücher mit Fotografien und Technik-Tipps heraus.

Mollino Ski-Technik-Bücher

Außerdem war Mollino ein leidenschaftlicher Fotograf. Nach Mollinos Tod wurden um die 1500 erotische Fotografien gefunden.

Mollinos Fotografien

Geschichte der Wiener Werkstätten

2009 Januar 16
von lisaschmoelzer

Die Wiener Werkstätten wurden 1903 von Josef Hoffmann und Kolo Moser als Produktionsgemeinschaft für bildende Künstler gegründet.
Die Wiener Werkstätten wollte das Leben des Menschen zu einem einzigen Gesamtkunsterwek machen und dafür alle Lebensbereich und Wohnbereiche künstlerisch zu vereinen und neu gestalten.
Um das zu erreichen wollten die Wiener Werkstätten, zusammen mit der Wiener Kunstgewerbeschule und der Wiener Secession, die Kunst auf Basis der handwerklichen Fähigkeiten erneuern und gleichzeitig Wien zum Zentrum geschmacklicher Kultur auf dem Gebiet des Kunstgewerbes zu machen.
Ihre Arbeit begann damit, dass sie sich für fortschrittliche Arbeitsbedingungen für Handwerker stark machten und endete damit, dass sie versuchten alles neu zu gestalten egal ob es sich nun Alltagsgegenstände oder Schmuckgegenstände handelte. Ihr Ziel war es nur extrem schöne und perfekte Gegenstände herzustellen und daher legten sie großen Wert auf exakte handwerkliche Verarbeitung, frei nach der Devise: „Lieber zehn Tage an einem Gegenstand arbeiten, als zehn Gegenstände an einem Tag zu produzieren.“
Einer der wichtigsten Verdienste der Wiener Werkstätten war es, dass sie einen starken Stilumschwung herbei führten und die bis dahin vorherrschende wuchernde Jugendstilornamentik durch geometrische und abstrakte Formen ersetzen die das Kunsthandwerk den Rest des 20. Jahrhunderts beeinflussten.
Der Sitz der Wiener Werkstätten war in der Neustiftgasse 32-34 in Wien.
Zu den Kunden der Wiener Werkstätten zählten hauptsächlich Künstler und die jüdische Ober und Mittelschicht der Monarchie.
Einer der ersten großen Aufträge der Wiener Werkstätten war das Sanatorium Purkersdorf welches von Viktor Zuckerkandl und Bertas Schwager im Westen Wiens geplant wurde.

Herbert Bayer

2009 Januar 16
von lisaschmoelzer

 

 

Herbert Bayer war ein österreichischer Fotograf, Grafikdesigner, Typograf, Ausstellungsarchitekt, Maler und Lehrer am Bauhaus Dessau. Er wurde am 5. April 1900 in Haag am Hausruck geboren und starb im Alter von 85 Jahren am 30. September 1985 in Montecito, Kalifornien.

 

Nach einer Lehre in einem Kunstgewerbeatelier und Tätigkeit bei dem Architekten Mangold in Darmstadt studierte Bayer 1921 bis 1925 am staatlichen Bauhaus in Weimar. Hier besuchte er den Vorkurs von Johannes Itten und wohnte später dem Unterricht Paul Klees bei. 1922/23 und 1924/25 lernte er in Werkstatt für Wandmalerei unter Wassily Kandinsky. Nach der Gesellenprüfung 1925 wurde Bayer als Leiter der neu eingerichteten Werkstatt für Druck und Reklame an das Bauhaus in Dessau berufen. Er führte die Normung nach DIN aller Drucksachen ein und setzte die Kleinschreibung durch. Alle für den Eigenbedarf des Bauhauses benötigte Drucksachen wurden in der Bauhausdruckerei nach Entwürfen von Herbert Bayer oder Studierender hergestellt. Somit war die Voraussetzung für ein neues Berufsfeld geschaffen: das Grafikdesign.

Im Jahr 1928 verließ er das Bauhaus und zog nach Berlin, um dort als Werbegrafiker und künstlerischer Leiter der Werbeagentur Studio Dorland tätig zu sein. Bayer widmete sich in der Berliner Zeit außerdem Ausstellungsgestaltungen, der Malerei sowie der Fotografie und wurde Art Director der Zeitschrift Vogue, Paris. Er galt als Gast des im selben Jahr von Kurt Schwitters gegründeten Ring neuer Werbegestalter.

1937 waren seine Werke in der Nazi-Ausstellung Entartete Kunst in München vertreten. Im gleichen Jahr reiste er das erste Mal in die USA. Im darauf folgendem Jahr emigrierte Bayer in die USA. Zusammen mit Ise und Walter Gropius gestaltete Bayer im selben Jahr die Ausstellung Bauhaus 1919-28 im Museum of Modern Art in New York.

1946 ließ er sich in Aspen/Colorado nieder und begann seine Tätigkeit als Architekt, Gestalter von Großplastiken und von Landschaften. Außerdem arbeitete er als künstlerischer Berater verschiedener Firmen und Institutionen. Unter anderem war er für folgende Unternehmen tätig: 1946 bis 1965 bei der Container Corporation of America (CCA) und 1966 bis 1985 bei der Atlantic Richfield Company (ARCO) in Los Angeles. Im Jahr 1964 war Herbert Bayer Teilnehmer der documenta III in Kassel.

1968 war Herbert Bayer für die Gestaltung der Ausstellung 50 Jahre Bauhaus in Stuttgart verantwortlich.

 

1975 wurde Herbert Bayer in die Hall of Fame des Art Directors Club aufgenommen.

Weitere Auszeichnungen und Ehrungen sind u.a. die Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Graz, das Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, den Ambassador’s Award for Excellence (London) oder den Kulturpreis für Fotografie (Köln).

 

Schriftentwürfe

Während seiner Lehrtätigkeit als Leiter der Reklamewerkstatt am Bauhaus entwickelte Bayer ein „unicase“-Alphabet. Er reduzierte die Majuskeln (Großbuchstaben) und die Minuskeln (Kleinbuchstaben) auf nur ein Alphabet. Die daraus entstandene Groteskschrift nannte Bayer Universal.

Universal (1925 –- 1930);

Bauhaus (1925 –- 1928);

Bayer-Type (1930 –- 1936);

 

Yngve Ekström (1913-1988)

2009 Januar 16
von lucasgerstgrasser

Yngve Ekström (1913-1988)

 

 

Yngve Ekström war Schwede, Möbeldesigner, Holzschnitzer und Architekt. Sein Vater starb bereits bevor Ekström zur Schule kam. Der Job des Vaters – Möbelfabrikarbeiter, und dessen Produktionen im Bereich der Holzschnitzerei beeinflussten Ekström und dessen Bruder Jerker maßgeblich.

Ekström studiert Zeichnen, Malen, Musik und Kunstgeschichte und spezialisiert sich allmählich zur Heimeinrichtung.

19944 gründet er mit Bruder Jerker die schwedische Möbelfirma „ESE Möbel“ (später „Swedese AB“). Diese ist sehr erfolgreich – Ekström erfindet das „platte Packet“ – unter diesem Begriff versteht man Möbel, welche in flachen Paketen verkauft/verschickt werden, um anschließend vom Kunden selbst zusammengebaut zu werden.

Hierbei verwendet er als erster im Zusammenhang mit Möbelkonstruktionen den angewinkelten Sechskantschlüssel und die Innensechskantschraube, diese Gegenstände sollen einige Jahrzehnte später das Markenzeichen der weltberühmten Möbelfirma „Ikea“ werden.

 

1953 schafft Ekström den Durchbruch: Ein Teil seiner Werke werden im Stockholmer Warenhaus „NK“ (Nordiska Kompaniet) ausgestellt.

 

1956 schafft er sein persönliches Meisterwerk:  Lamino, ein Sessel bestehend aus Bugholz bekleidet mit Schafspelz, welcher genau im Geschmak der Zeit liegt. Er steht auch für Ekström Designideal: „Elegante Einfachheit“.

Lamino wurde bis dato 250.000-mal produziert, ein wahres Kultobjekt, welches 1999 zu „Schwedens Möbel des Jahrhunderts“ gewählt wird.

 

 

Der sympathische Ekström zu seinem Werk: „Einen guten Stuhl gemacht zu haben ist vielleicht kein so schlechtes Lebenswerk.“

Eliphalet Remington (1793-1861)

2009 Januar 16
von lucasgerstgrasser

Im Jahre 1816 konstruiert Eliphalet Remington ein Steinschlossgewehr, welches für seine Treffsicherheit berühmt wird. Sein Unternehmen, welches diese vertreibt wächst schnell und gemeinsam mit seinem Sohn Philo entwickelt er zahlreiche Neuerungen in der Waffentechnik. 1847 liefern Sie der US-Navy die ersten Hinterladergewehre.

1847 erweitert die Firma Remington ihre Tätigkeiten, und stellen  die erste kommerzielle Schreibmaschine her. Diese wird von Christopher Latham Sholes (1819-1890) entworfen. Sholes hatte im Jahre 1868 bereits eine primitivere Version der Schreibmaschine entworfen, und patentieren lassen. Die Bezeichnung „Typewriter“ (=“Schreibmaschine“) wurde ebenfalls von ihm kreiert.

Typewriter
 

Die meisten Merkmale dieser ersten Schreibmaschine bleiben lange Zeit Standard, erst 1878 folgt eine leicht verbesserte Version.

1861 stirbt Remington, die Frima wird jedoch unter dm gleichen Namen weitergeführt.

Um 1878 erweitert die Firma Remington ihre Produktpalette ein weiteres mal, und zwar um Nähmaschinen. Ein Teil der Firma wird ausserdem zur „Remington Arms Company“.

1936 entsteht eine Abteilung für Elektrorasierer, 1979 wird die Firma verkauft.

Herbert Hirche

2009 Januar 16
von Meisterhofer, Lukas?

herbert_hircheNach einer Tischlerlehre studierte Herbert Hirche von 1930 bis 1933 bei Mies van der Rohe und Lily Reich. 1938 machte Hirche sich selbstständig und begann ein Jahr später die Zusammenarbeit mit Egon Eiermann (bis 1945). 1946 war er Gründungsmitglied der Berliner Werkkunstgruppe, von 1946 bis 1948 für den Wiederaufbau Berlins verantwortlich; parallel entwarf Hirche Messestände und Möbel für die Deutschen Werkstätten bzw. für Scharouns Kunststoffhäuser.

Das Jahr 1948 markiert den Beginn seiner freiberuflichen Tätigkeit als Architekt und Designer und die Berufung an die Hochschule für angewandte Kunst in Berlin-Weißensee. 1950 nahm Herbert Hirche wieder die Zusammenarbeit mit Egon Eiermann auf. 1952 übernahm er die Gesamtgestaltung der Designausstellung «Gute Industrieform» in Mannheim und wurde an die Staatliche Akademie der bildenden Künste nach Stuttgart berufen (deren Rektor er von 1969 bis 1971 war). 1960 wurde er Präsident des Verbandes Deutscher Industrie Designer (VDID), 1971 Ehrenpräsident, 1961 Mitglied im Rat für Formgebung. 1970 gründete Hirche zusammen mit Claus-Peter Klink und Karl-Georg Bitterberg das «Hircheteam».

Als Designer entwarf Herbert Hirche für die Akademie-Werkstätten (Glastisch, 1953), für die Firmen Behr und Braun (vor allem im Bereich Unterhaltungselektronik, etwa das Fernsehgerät «HF 1», 1958, das als erstes Fernsehgerät mit Kunststofffront galt). Für die Firma Christian Holzäpfel entwarf er 1956 einen Barwagen (später bei Rosenthal in Produktion) und das Büromöbelprogramm «DHS 30». Für Knoll kreierte Hirche 1956 einen Schalensessel im typischen 50er-Jahre-Look

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Lampert Lounge Chair, 1953

Sottsass Ettore

2009 Januar 16
von michaelfasching2

Ettore Sottsass

(*1917 Innsbruck, †2007 Mailand)

Ettore Sottsass studierte von 1935 bis 1939 Architektur am Polytechnikum in Turin und gründete nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein eigenes Studio in Mailand, wo er sich mit Architektur, Keramik, Malerei, Schmuck-, Möbel- und Industriedesign beschäftigte. Darüber hinaus gestaltete er Ausstellungen in Mailand, Turin, Paris und San Francisco. 1956 arbeitete Sottsass bei George Nelson in New York, 1958 wurde er Designberater bei der Firma Olivetti, wo er bis 1980 u.a. mit Mario Bellini und Rodolfo Bonetto zusammenarbeitete.

1973 gehörte Sottsass zu den Mitbegründern der Vereinigung «Global Tools» – ein Zusammenschluss der Gruppen Archizoom, 9999, Superstudio sowie der Designer Ugo La Pietra und Gaetano Pesce, die als Gegenbewegung zum industriellen Produktionsapparat das Radical Design (die Verwendung natürlicher Materialien) forderten. 1976 war Sottsass Mitinitiator der avantgardistischen Designergruppe Studio Alchimia, zu der auch Alessandro Mendini, Michele de Lucchi sowie Trix und Robert Haussmann gehörten. Die Vereinigung verstand sich als «Laboratorium für neue Ikonografie», das rein funktionalen und formalistischen Entwürfen entgegenarbeitete. 1980 gründete Sottsass zusammen mit Johanna Grawunder, James Irvine, Mario Milizia, Mike Ryan und Marco Zanini die «Sottsass Associati», die in den Bereichen Architektur, Inneneinrichtung, Grafik- und Industriedesign tätig war. Die Gruppe arbeitete für Firmen wie Apple, Alessi, Coca-Cola, Cassina, Mitsubishi, Matsushita und Olivetti und galt international als eines der innovativsten und avanciertesten Studios für Forschung, Entwicklung und Ikonografie. 1981 setzte sich Sottsass vom zunehmend verschlossener und elitärer werdenden Studio Alchimia ab und gründete u.a. mit Aldo Cibic, George James Sowden, Matteo Thun und Marco Zanini die Designgruppe und Möbelfirma Memphis (sie wurde 1988 aufgelöst), mit der er sich einem breiteren Publikum öffnen wollte. Die provokanten und farbenfrohen Möbel der Firma wurden noch im selben Jahr auf der Mailänder Möbelmesse vorgestellt, wo sie als Sensation gefeiert wurden. 1985 zog sich Sottsass von Memphis zurück und knüpfte mit verschiedenen Architekturprojekten an das umfangreiche Werk seines Vaters an, der ebenfalls Architekt war.

Als Designer kreierte Sottsass seine ersten wichtigen Entwürfe für Olivetti, darunter den Computer «Elea 9003» (1959), die Schreibmaschine «Praxis 48» (1964, zusammen mit Hans von Klier), «Tekne 3» (1964) und «Valentine» (1969, zusammen mit Perry A. King). Seit den frühen 60er-Jahren entwarf Sottsass Einzel- und Systemmöbel, wie die Serie «Synthesis 45» (1973) oder den Tisch «Le strutture tremano» (1978, bei Belux), die bereits Merkmale der späteren Postmoderne aufwiesen. So waren die Eisenbeine des «Strutture tremano» verschiedenfarbig lackiert, der Holzsockel mit Laminat bezogen. Für die erste Memphis-Kollektion entwarf Sottsass 1981 die Regale «Carlton» (erstmals mit dem typischen Memphis-Dekor «Bakterios») und «Casablanca» sowie die Leuchten «Ashoka», «Treetops» und «Tahiti».

Belux vertrieb die Memphis-Möbel «Primavera» (1980; ein Aluminiumtisch mit beschichtetem Holzsockel), «Capodanno» (1979; eine Tischleuchte mit Holzsockel und zwei Lichtsäulen aus Messing), den Stuhl «Seggiolina da Pranzo» (1980) und das legendäre Bücherregal «Factotum» (1980). Für Artemide schuf Sottsass den Stehleuchtenklassiker «Callimaco» (mit vertikal montiertem Griff und überdimensioniertem Standfuß) und die Tischleuchte «Pausania» (Verteilerschirm aus grünem Acryl, umfasst von verchromtem Lochblech). Für Alessi realisierte Sottsass Table-Top-Entwürfe wie Pfeffermühlen, Käse- und Trüffelschneider, Servierplatten und Bar-Shaker sowie seinen berühmten Weinkühler «5052» (1979) mit Ständer (Stange aus dunkelbraun harzlackiertem Stahl und texturierter Stellfläche). Für Rasch entwarf er 1992 die Künstlertapeten «Arabia Felix» und «Ercolano». 1993 kreierte er für die «Philips Design Edition Nr.2» den «Magic Media Container».

Weitere Entwürfe schuf Sottsass für die Firmen Anthologie Quartett, Driade, Fontana Arte (Tabletts, Vasen und den Tisch «Aspic»), Glass Design (Standspiegel «Etrusco», 1992), Knoll (Sessel «Eastside» und «Westside», 1983; Tische «Spyder» und «Shift»; Stuhl «Mandarin»), NTT (Elektronisches Notizbuch, 1992), Olivetti Synthesis (Bürostuhl «Dattilo», 1972, und die Büromöbelserien «Icarus», 1982, und «Delphos», 1986), Poltrona Frau (Tisch «Lotorosso», 1965), Skipper, Ultima Edizione (Marmorbank «Rococo»), Up & Up (Bank «Hydebarad», Spiegeltisch «Specchiera damecuta»; Tisch «Jaipur»), Vistosi, Vitra (Stuhl «Teodora», 1987) und Zanotta (Eckregal «Cantone», 1981; Kommode «Mombasa», 1989; Tisch «Ospite», 1989; Hausbar «Nairobi», 1989; Schreibtisch «Litta», 1989)

Carl Malmsten

2009 Januar 16
von matthiasgasser

Carl Malmsten (*1888, †1972)

Stammt aus hochbürgerlichen schwedischen Familie.
Studiert bis 1908 auf der Universität Stockholm
War Tischlerlehrling

1916: Malmsten eröffnet Eigenes Atelier, beginnt als freischaffender Möbel- und Einrichtungsdesigner zu arbeiten.
Bekam Preis für Möblierung im Stockholmer Stadshus.
Anhänger des „swedish grace“, stand dem Funktionalismus (beginnend 1930) in Schweden kritisch gegenüber
1950 Durchbruch seiner Serienproduktion.
1969 letzte Ausstellung

Projekte / Arbeiten
Möblierung des Stockholmer Stadhus
Einrichtung d. Stockholmer Konzerthaus
Teilnehmer der Weltausstellung in NY (1939)

Schmuck + Mode der Wiener Werkstätte

2009 Januar 9
von juliaantes

SCHMUCK
Die Wiener Werkstätte stellte bereits im ersten Jahr Schmuck her. Der Einfluss Gustav Klimts zeigte sich am Beginn sehr deutlich: er inspirierte vor allem die Kunst Kolo Mosers, der ihm von allen Künstlern der Wiener Werkstätte am nächsten stand. Seine Silberkreationen sind von vielen Bildern bekannt, auf denen Emilie Flöge, damals Muse von Klimt war, Kolo Mosers Schmuck zu Klimts Kleidern trägt.
Vorwiegend Silber wurde gehämmert, getrieben, patiniert und zu Halsbändern, Ketten, Ringen und Broschen verarbeitet. Dazu verwendeten die Künstler der Wiener Werkstätte Schmucksteine wie zum Beispiel Achate, Opale, Mondsteine, Korallen u.s.w.
Um 1900 dominierte das florale Ornament bei Schmuckstücken wie auch bei anderen kunstgewerblichen Arbeiten. Der französische und asiatische, vor allem der japanische Einfluss, waren ebenfalls sehr bedeutend.
Von der Wiener Werkstätte wurden ab 1905 weiter handbemalte und bedruckte Seidenstoffe sowie Teppiche hergestellt. Für die maschinell bedruckten und gewebten Textilien war die Firma Backhausen zuständig.
Das Traditionsunternehmen Backhausen gegründet 1849, war einer der Hauptlieferanten und arbeiteten eng mit den Gründern der Wiener Werkstätte zusammen.
Neben Arbeiten in Leder, Email oder Postkarten verfügte die Wiener Werkstätte sogar über eine Hutabteilung und eine bedeutende Keramikherstellung.
Die handwerkliche Verarbeitung lief ganz nach dem Motto: „Lieber zehn Tage an einem Gegenstand arbeiten, als zehn Gegenstände an einem Tag zu produzieren.“
Zur Zeit zeigt das Wien Museum rund 40  vom 13. November 2008 bis 22. Februar 2009 in einer Ausstellung zum Thema „Emilie Flöge und der Schmuck der Wiener Werkstätte“. Die in Kooperation mit der Neuen Galerie New York erstellte Schau präsentiert rare Werke der Schmuckkunst, Einzelstücke unter anderem auch von Josef Hoffmann und Kolo Moser.
MODE
1911 gründete Eduard Josef Wimmer-Wisgrill die Modeabteilung der Wiener Werkstätte.
Es entstanden Künstlerkleider, die zu einem harmonischen Lebensgefühl beitragen sollten. Sie fanden international Beachtung.
Zu Beginn erinnerten die Schnitte an das sackartige Reformkleid, das in Österreich unter dem Namen „Wiener Künstlerkleid“ eingeführt wurde.
Danach wurden die Kleidungsstücke aber zusehends eleganter. Die künstlerische Gestaltung der Kleider stand im Vordergrund, ohne dass die besondere Funktionalität darunter litt.

Kolo Moser

2009 Januar 9
von juliaantes

Kolomann Moser oder: Kolo Moser
War ein österreichischer Maler, Grafiker und Kunsthandwerker.
Geboren am 30. März 1868 in Wien.
Moser studierte an der Wiener Akademie und der Kunstgewerbeschule, wo er ab 1899 auch selbst unterrichtete.
1896 wurde er im Wiener Künstlerhaus aufgenommen, trat aber bereits nach einem halben Jahr wieder aus.
1897 war Moser Mitbegründer der Wiener Secession, für deren Zeitschrift Ver Sacrum er ca. 140 Illustrationen beisteuerte und deren Ausstellungen maßgeblich von ihm gestaltet wurden. Ihre Ambitionen richteten sich gegen Konservatismus und sollte eine Alternative zu den traditionellen Kunstvorstellungen des Wiener Künstlerhauses sein.
Die Idee des Gesamtkunstwerks, sowie das tägliche Leben überhaupt mit Kunst zu durchdringen, prägte Kolo Mosers gesamtes Denken und Schaffen und führte 1903 zur Gründung der Wiener Werkstätte.
Im September 1904 wurde von ihm die erste Ausstellung der Wiener Werkstätte in Berlin von ihm gestaltet.
1905 trat Koloman Moser gemeinsam mit Gustav Klimt und weiteren Künstlern aus der Wiener Secession aus.
Kolo Mosers Handwerk:
• Modeentwürfe
• Möbel
• Glasfenster für das Gebäude der Wiener Secession Die Kunst (im Zweiten Weltkrieg zerstört)
• Kunstgewerblich tätig wurde Moser unter anderem durch den Entwurf des Apsismosaiks und die Glasfenster für die Kirche am Steinhof von Otto Wagner im Jahre 1904.
• Dekorationen am Haus Linke Wienzeile 38 von Otto Wagner
• Bühnendekorationen für Dramen und Opern
• Venus in der Grotte 1915
Seine Malerei war zunächst vom Impressionismus, dann vom Jugendstil geprägt.
Ab 1906 zog sich Kolo Moser von der Wiener Werkstätte zurück und wandte sich wider mehr und mehr der Impressionistisch geprägten Malerei zu.
Kolo Moser war ebenfalls wie Josef Hoffmann ab 1912 Mitglied des Österreichischen Werkbunds.
Am 18. Oktober 1918 starb er in Wien.
Zu seinen Ehren wurde 1969 die Kolo-Moser-Gasse in Wien benannt, 1989 erschien eine 500 Schilling-Münze mit seinem Portrait.
Die größte öffentliche Moser-Sammlung, darunter eine große Anzahl an Gemälden und Kunsthandwerk befindet sich im Wiener Leopold Museum.