Herbert Bayer

2009 Januar 16
by lisaschmoelzer

 

 

Herbert Bayer war ein österreichischer Fotograf, Grafikdesigner, Typograf, Ausstellungsarchitekt, Maler und Lehrer am Bauhaus Dessau. Er wurde am 5. April 1900 in Haag am Hausruck geboren und starb im Alter von 85 Jahren am 30. September 1985 in Montecito, Kalifornien.

 

Nach einer Lehre in einem Kunstgewerbeatelier und Tätigkeit bei dem Architekten Mangold in Darmstadt studierte Bayer 1921 bis 1925 am staatlichen Bauhaus in Weimar. Hier besuchte er den Vorkurs von Johannes Itten und wohnte später dem Unterricht Paul Klees bei. 1922/23 und 1924/25 lernte er in Werkstatt für Wandmalerei unter Wassily Kandinsky. Nach der Gesellenprüfung 1925 wurde Bayer als Leiter der neu eingerichteten Werkstatt für Druck und Reklame an das Bauhaus in Dessau berufen. Er führte die Normung nach DIN aller Drucksachen ein und setzte die Kleinschreibung durch. Alle für den Eigenbedarf des Bauhauses benötigte Drucksachen wurden in der Bauhausdruckerei nach Entwürfen von Herbert Bayer oder Studierender hergestellt. Somit war die Voraussetzung für ein neues Berufsfeld geschaffen: das Grafikdesign.

Im Jahr 1928 verließ er das Bauhaus und zog nach Berlin, um dort als Werbegrafiker und künstlerischer Leiter der Werbeagentur Studio Dorland tätig zu sein. Bayer widmete sich in der Berliner Zeit außerdem Ausstellungsgestaltungen, der Malerei sowie der Fotografie und wurde Art Director der Zeitschrift Vogue, Paris. Er galt als Gast des im selben Jahr von Kurt Schwitters gegründeten Ring neuer Werbegestalter.

1937 waren seine Werke in der Nazi-Ausstellung Entartete Kunst in München vertreten. Im gleichen Jahr reiste er das erste Mal in die USA. Im darauf folgendem Jahr emigrierte Bayer in die USA. Zusammen mit Ise und Walter Gropius gestaltete Bayer im selben Jahr die Ausstellung Bauhaus 1919-28 im Museum of Modern Art in New York.

1946 ließ er sich in Aspen/Colorado nieder und begann seine Tätigkeit als Architekt, Gestalter von Großplastiken und von Landschaften. Außerdem arbeitete er als künstlerischer Berater verschiedener Firmen und Institutionen. Unter anderem war er für folgende Unternehmen tätig: 1946 bis 1965 bei der Container Corporation of America (CCA) und 1966 bis 1985 bei der Atlantic Richfield Company (ARCO) in Los Angeles. Im Jahr 1964 war Herbert Bayer Teilnehmer der documenta III in Kassel.

1968 war Herbert Bayer für die Gestaltung der Ausstellung 50 Jahre Bauhaus in Stuttgart verantwortlich.

 

1975 wurde Herbert Bayer in die Hall of Fame des Art Directors Club aufgenommen.

Weitere Auszeichnungen und Ehrungen sind u.a. die Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Graz, das Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, den Ambassador’s Award for Excellence (London) oder den Kulturpreis für Fotografie (Köln).

 

Schriftentwürfe

Während seiner Lehrtätigkeit als Leiter der Reklamewerkstatt am Bauhaus entwickelte Bayer ein „unicase“-Alphabet. Er reduzierte die Majuskeln (Großbuchstaben) und die Minuskeln (Kleinbuchstaben) auf nur ein Alphabet. Die daraus entstandene Groteskschrift nannte Bayer Universal.

Universal (1925 –- 1930);

Bauhaus (1925 –- 1928);

Bayer-Type (1930 –- 1936);

 

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